Herz

Nicht behindert zu sein,
ist wahrlich kein Verdienst,
sondern ein Geschenk,
das jedem von uns
jederzeit genommen werden kann

R. v. Weizsäcker 

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Anhaltspunkte-Übersicht

angeborene Herzfehler
Aortenklappenstenose
Ballondilatation
Herzinfarkt
Herzklappenfehler
Herzklappenprothesen
Herzschrittmacher
Herztransplantation
hypertrophischer Kardio- myopathie
Kardiomyopathien
Kardioverter-Difibrillator
koronare Herzkrankheit
Rhythmusstörungen

 

 

 

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Für die Bemessung des Grades der Behinderung ist weniger die Art einer Herz- oder Kreislauferkrankung maßgeblich als die je nach dem vorliegenden Stadium des Leidens unterschiedliche Leistungseinbuße. Es ist grundsätzlich vom klinischen Bild und von den Funktionseinschränkungen im Alltag auszugehen. Ergometerdaten und andere Parameter stellen lediglich Richtwerte dar, die das klinische Bild ergänzen. EKG-Abweichungen allein erlauben in der Regel keinen Rückschluß auf die Leistungseinbuße. Auswirkungen des Leidens auf andere Organe (z.B. Lunge, Leber, Gehirn, Niere) sind zu beachten.
Herzklappenfehler, koronare Herzkrankheit, Kardiomyopathien, angeborene Herzfehler u.ä.  
... ohne wesentliche Leistungsbeeinträchtigung (keine Insuffizienserscheinungen wie Atemnot, anginöse Schmerzen)
          selbst bei gewohnter stärkerer Belastung (z.B. sehr schnelles Gehen - 7-8 km/h - schwere körperliche Arbeit)
          keine Einschränkung der Sollleistung bei Ergometerbelastung.
          Bei Kindern und Säuglingen (je nach Alter) beim Strampeln, Krabbeln, Laufen, Treppensteigen keine
          wesentliche Leistungsbeeinträchtigung, keine Tachypnoe, kein Schwitzen
0 - 10
... mit Leistungsbeeinträchtigung bei mittelschwerer Belastung (z.B. forsches Gehen - 5-6 km/h - mittelschwere
         körperliche Arbeit), Beschwerden und Auftreten pathologischer Messdaten bei Ergometerbelastung mit 75 Watt
         (wenigstens 2 Min.).
        Bei Kindern und Säuglingen Trinkschwierigkeiten, leichtes Schwitzen, leichte Tachy- und Dyspnoe, leichte Zya-
        nose, keine Stauungsorgane, Beschwerden und Auftreten pathologischer Meßdaten bei Ergometerbelastung mit
        1 Watt/kg Körpergewicht
20 - 40
... mit Leistungsbeeinträchtigung bereits bei alltäglicher leichter Belastung (z.B. Spazierengehen - 3-4 km/h,  Treppen-
         steigen bis zu einem Stockwerk, leichte körperliche Arbeit), Beschwerden und Auftreten pathologischer Mess-
         daten bei Ergometerbelastung mit 50 Watt (wenigstens 2 Min.).
         Bei Kindern und Säuglingen deutliche Trinkschwierigkeiten, deutliches Schwitzen, deutliche Tachy- und Dys-
         pnoe, deutliche Zyanose, rezidivierende pulmonale Infekte, kardial bedingte Gedeihstörungen, Beschwerden und
         Auftreten pathologischer Meßdaten bei Ergometerbelastung mit 0,75 Watt/kg Körpergewicht
50 - 70
... mit gelegentlich auftretenden vorübergehenden schweren Dekompensationserscheinungen 80
... mit Leistungsbeeinträchtigung bereits in Ruhe (Ruheinsuffizienz, z.B. auch bei fixierter pulmonaler Hypertonie).
         Bei Kindern und Säuglingen auch hypoxämische Anfälle, deutliche Stauungsorgane, kardiale Dystrophie)
90 - 100
(die für Erwachsenen angegebenen Wattzahlen sind auf ein mittleres Lebensalter und Belastung im Sitzen bezogen)  
Liegen weitere objektive Parameter zur Leistungsbeurteilung vor, sind diese entsprechend zu berücksichtigen. Notwendige körperliche Leistungsbeschränkungen (z.B. bei höhergradiger Aortenklappenstenose, hypertrophischer obstruktiver Kardiomyopathie) sind wie Leistungsbeeinträchtigungen zu bewerten.  
Nach operativen und anderen therapeutischen Eingriffen am Herzen (z.B. Ballondilatation) ist der GdB von der verbleiben- den Leistungsbeeinträchtigung abhängig.  
Bei Herzklappenprothesen - unter Einschluss einer Dauerbehandlung mit Antikoagulantien - mind. 30
Nach einem Herzinfarkt ist der GdB von der verbleibenden Leistungsbeeinträchtigung abhängig  
Herztransplantation mit einer Heilungsbewährung (im allgemeinen 2 Jahre) 100
... danach - selbst bei einem günstigen Heilungsverlauf unter Mitberücksichtigung der erforderlichen Immunsuppression mind. 70
Rhythmusstörungen: Die Beurteilung richtet sich vor allem nach der Leistungsbeeinträchtigung des Herzens  
... anfallsweise auftretende hämodynamisch relevante Rhythmusstörungen (z.B. paroxysmale Tachykardien) je nach
        Häufigkeit, Dauer und subjektiver Beeinträchtigung
 
        bei fehlender andauernder Leistungsbeeinträchtigung des Herzens 10 - 30
        bei bestehender andauernder Leistungsbeeinträchtigung des Herzens sind diese entspr.zu bewerten  
... nach Implantation eines Herzschrittmachers 10
... nach Implantation eines Kardioverter-Difibrillators mind. 50
... bei ventrikulären tachykarden Rhythmusstörungen im Kindesalter ohne Implantation eines Kardioverter-Difibrillators mind. 50