Gefäßerkrankungen und Kreislauf

Nicht behindert zu sein,
ist wahrlich kein Verdienst,
sondern ein Geschenk,
das jedem von uns
jederzeit genommen werden kann

R. v. Weizsäcker 

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Aneurysmen
Arteriovenöse Fisteln
Arterienverschlüsse - Beine
Arterienverschlüsse - Arme
Gefäßerkrankungen
Hypertonie - Bluthochdruck
Insuffizienz
kardiovaskuläre Syndrome
Krampadern
Lymphödem
orthostatische Fehlregulation
postthrombotisches Syndrom
Prothesenimplantation

 

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Für die Bemessung des Grades der Behinderung ist weniger die Art einer Herz- oder Kreislauferkrankung maßgeblich als die je nach dem vorliegenden Stadium des Leidens unterschiedliche Leistungseinbuße. Es ist grundsätzlich vom klinischen Bild und von den Funktionseinschränkungen im Alltag auszugehen. Ergometerdaten und andere Parameter stellen lediglich Richtwerte dar, die das klinische Bild ergänzen. EKG-Abweichungen allein erlauben in der Regel keinen Rückschluß auf die Leistungseinbuße. Auswirkungen des Leidens auf andere Organe (z.B. Lunge, Leber, Gehirn, Niere) sind zu beachten.
Gefäßerkrankungen: Arterielle Verschlusskrankheiten, Arterienverschlüsse an den Beinen (auch nach rekanalisierenden Maßnahmen  
... mit ausreichende Restdurchblutung, Pulsausfall ohne Beschwerden oder mit geringen Beschwerden (Missempfin-
         dungen in Wade und Fuß bei raschem Gehen) ein- oder beidseitig
0 - 10
... mit eingeschränkter Restdurchblutung (Claudicatio intermittens Stadium II)  
       schmerzfreie Gehstrecke in der Ebene über 500m ein- oder beidseitig 20
       schmerzfreie Gehstrecke in der Ebene über 100 - 500m ein- oder beidseitig 30 - 40
       schmerzfreie Gehstrecke in der Ebene unter 50m ohne Ruheschmerz ein- oder beidseitig 50 - 60
... Gehstrecke unter 50m mit Ruheschmerz (Stadium III) einschl. trophischer Störungen (Stadium IV)  
       einseitig 80
       beidseitig 90 - 100
Apparative Messmethoden (z.B. Dopplerdruck) können nur eine allgemeine Orientierung über den Schweregrad angeben.  
Bei Arterienverschlüssen an den Armen wird der GdB ebenfalls durch das Ausmaß der Beschwerden und Funktions- einschränkungen - im Vergleich mit anderen Schäden an den Armen - bestimmt.  
Nach größeren gefäßchirurgischen Eingriffen (z.B. Prothesenimplantation) mit vollständiger Kompensation einschl. Dauerbehandlung mit Antikoagulantien 20
... danach - selbst bei einem günstigen Heilungsverlauf unter Mitberücksichtigung der erforderlichen Immunsuppression mind. 70
Arteriovenöse Fisteln: Der GdB richtet sich nach den hämodynamischen Auswirkungen am Herzen und/oder in der Peripherie  
Aneurysmen (je nach Sitz und Größe)  
... ohne lokale Funktionsstörung und ohne Einschränkung der Belastbarkeit 0 - 10
... ohne oder mit nur geringer lokaler Funktionsstörung und mit Einschränkung der Belastbarkeit 20 - 40
... große Aneurysmen (dazu gehören immer die dissezierenden Aneurysmen der Aorta und die großen Aneurysmen der
             Aorta abdominalis und der großen Beckenarterien)
mind. 50
Unkomplizierte Krampadern 0
Chronisch-venöse Insuffizienz (z.B. bei Krampfadern), postthrombotisches Syndrom  
... mit geringem belastungsabhängigem Ödem, nicht ulzerösen Hautveränderungen, ohne wesentliche Stauungs-
          beschwerden, ein- oder beidseitig
0 - 10
... mit erheblicher Ödembildung, häufig (mehrmals im Jahr) rezidivierende Entzündungen, ein- oder beidseitig 20 - 30
... mit chronisch rezidivierenden Geschwüren, je nach Ausdehnung und Häufigkeit (einschl. arthrogenes Syndrom), ein-
          oder beidseitig
30 - 50
... bei postthrombotischen Syndromen im Becken- oder Hohlvenenbereich kommen selten höhere GdB-Werte in Betracht  
Lymphödem  
... an einer Gliedmaße  
       ohne wesentliche Funktionsbehinderung, Erfordernis einer Kompressionsbandage 0 - 10
       mit stärkerer Umfangsvermehrung (mehr als 3 cm) je nach Funktionseinschränkung 20 - 40
       mit erheblicher Beeinträchtigung der Gebrauchsfähigkeit der betroffenen Gliedmaße, je nach Ausmaß 50 - 70
       bei Gebrauchsunfähigkeit der ganzen Gliedmaße 80
       Entstellungen bei sehr ausgeprägten Formen sind ggf. zusätzlich zu berücksichtigen.  
Hypertonie (Bluthochdruck)  
... leichte Form: keine oder geringe Leistungsbeeinträchtigung (höchstens leichte Augenhintergrundveränderungen 0 - 10
... mittelschwere Form: mit Organbeteiligung leichten bis mittleren Grades (Augenhintergrundveränderungen - Fundus
        hypertonicus I-II - und/oder Linkshypertrophie des Herzens und/oder Proteinurie), diastolischer Blutdruck mehrfach
        über 100 mmHg trotz Behandlung, je nach Leistungsbeeinträchtigung
20 - 40
... schwere Form: mit Beteiligung mehrerer Organe (schwere Augenhintergrundveränderungen und Beeinträchtigung der
        Herzfunktion, der Nierenfunktion und/oder der Hirndurchblutung) je nach Art und Ausmaß der Leistungsbeeinträchti-
        gung
50 - 100
... maligne Form: diastolischer Blutdruck konstant über 130 mmHg; Fundus hypertonicus III-IV (Papillenödem, Venen-
        stauung, Exsudate, Blutungen, schwerste arterielle Gefäßveränderungen); unter Einschluss der Organbeteiligung
        (Herz, Nieren, Gehirn)
100
Funktionelle kardiovaskuläre Syndrome (z.B. orthostatische Fehlregulation)  
... mit leichten Beschwerden 0
... mit stärkeren Beschwerden und Kollapsneigung 10 - 20